Page 7 - ILK Forschungsbericht 2020
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Neuartige Wasserstoffdruckspeicher für optimale
            Integration in Fahrzeugstruktur



            Zum Start des Anfang 2020 vom Hydrogen Council aus-  Das ILK entwickelt hierzu in enger Zusammenarbeit mit
            gerufenen „Jahrzehnt des Wasserstoffs“ leistet das Insti-  dem Leichtbauzentrum Sachsen GmbH und der herone
            tut für Leichtbau und Kunststofftechnik der TU Dresden   GmbH verkettete Rohrspeicher, welche über Flechtpro-
            durch seine Beteiligung an dem vom Bundesministerium   zesse aus thermoplastischen Faserverbundhalbzeugen
            für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt BRYSON   gefertigt werden. Der Einsatz der hochproduktiven Flecht-
            (BauRaumeffiziente HYdrogenSpeicher Optimierter Nutz-  technologie  bietet  die  Möglichkeit,  die  Herstellkosten
            barkeit) einen wesentlichen Beitrag, um den Straßenver-  von Wasserstoff-Tanks für Brennstoffzellen-Fahrzeuge
            kehr langfristig emissionsfrei zu gestalten.     zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu
                                                             batterieelektrischen Fahrzeugen zu verbessern.
            Das Ziel des Projektkonsortiums (BMW AG, ILK, Leichtbau-
            Zentrum Sachsen GmbH, WELA Handelsgesellschaft mbH,   Der Einsatz von thermoplastischen Halbzeugen ermög-
            Hochschule München) ist die Entwicklung neuartiger Was-  licht zudem ein einfaches Recycling der Tankstrukturen
            serstoffdruckspeicher. Diese sollen so konzipiert sein, dass   nach ihrem Einsatz, wodurch die gesamte Ökobilanz des
            sie sich einfach in universelle Fahrzeugarchitekturen inte-  Dresdener Ansatzes weiter verbessert wird.
            grieren lassen. Im Fokus des Vorhabens steht daher die
            Entwicklung von Tankbehälter-Systemen in Flachbauweise.



            Technologische Sprung-Innovation aus Dresden –
            Faserverbunde und Metallbleche per Laserschweißen gefügt



            Forscherinnen und Forschern der TU Dresden ist es erst-
            mals gelungen, Faserverbundstrukturen per Laserschwei-
            ßen mit Metallblechen dauerhaft zu fügen. Auf zusätzliche
            Fügeelemente  konnten  die  Wissenschaftlerinnen  und
            Wissenschaftler  dabei  komplett  verzichten.  Mit  der  in
            dem  AiF-geförderten  Projekt  „Metall-FKV-Verbindung“
            entwickelten neuartigen Technologie können zukünftig
            mit diesem industriell etablierten Fügeverfahren hybride
            Strukturen einfach und funktional hergestellt werden.

            Hybride Bauweisen aus Metall und Faser-Kunststoff-Ver-
            bunden  machen  intelligenten  Leichtbau  erst  möglich,
            da bereichsspezifisch Material- und Bauteileigenschaf-
            ten eingestellt werden können. Wesentliche Vorausset-
            zung dafür sind wirtschaftliche, beanspruchungs- und
            werkstoffgerechte Lösungen zum Fügen der Einzelkom-
            ponenten.  Hierfür  hat  das  Institut  für  Leichtbau  und
            Kunststofftechnik der TU Dresden in der Fachgruppe Ver-  auf verschiedenste Materialkombinationen übertragbar.
            bindungstechniken eine neuartige Technologie auf Ba-  Das Verfahren bietet das Potential, erhöhte Verbindungs-
            sis des Laserschweißens entwickelt. Die Anlagentechnik   festigkeiten und ein gutmütiges Versagensverhalten zu
            hierfür wurde bereitgestellt vom Steinbeis-Innovations-  erzielen. Die Forscherinnen und Forscher sind überzeugt,
            zentrum Dresden.                                 dass  dieser  innovative  Lösungsansatz  eine  serienge-
                                                             rechte und auch wirtschaftliche Integration von FKV-Bau-
            Der  Entwicklungsansatz  basiert  auf  hybriden  Verstär-  teilen in Metallkarosserien ermöglicht.
            kungstextilien,  welche  am  Institut  für  Textilmaschinen
            und Textile Hochleistungswerkstofftechnik (ITM) der TU   Das  IGF-Vorhaben  (Nr. 18930 BR)  der  Forschungsver-
            Dresden  entwickelt  wurden.  Hierbei  sind  die  metalli-  einigungen Forschungskuratorium Textil e. V. (FKT) und
            schen Elemente textiltechnisch eingearbeitet. Diese bil-  Europäische  Forschungsgesellschaft  für  Blechverar-
            den  in  der  FKV-Komponente  metallische  Oberflächen   beitung e. V. (EFB) wurde über die AiF im Rahmen des
            aus, die für das schweißtechnische Fügen mit Metallble-  Programms  zur  Förderung  der  Industriellen  Gemein-
            chen genutzt werden. Bisher wurde die Machbarkeit am   schaftsforschung und -entwicklung (IGF) vom Bundes-
            Beispiel von Stahlblech und Epoxidharz-basierten Ver-  ministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines
            bunden gezeigt. Doch die Technologie ist grundsätzlich   Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.




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